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ModellflugTipps Modellbau • Inline verlöten
Akkupacks mit punktverschweißten Akkuverbindern, wie sie im Modellbauhandel erhältlich sind, sind sinnvoll nur bis maximal 30A zu verwenden. Aber selbst bei diesen Strömen sind schon erhebliche Übergangswiderstände zu bemerken. Bei Strömen über 40A wird der Widerstand so groß, daß sich die dünnen Zellenverbinder bedingt durch die entstehende Erhitzung oft blau verfärben. Wesentlich effektiver sind da inline-verlötete Akkupacks !

(1) Als Führungsschiene für die Zellen eignet sich eine V-Schiene, die z.B. wie hier einfach mit Nägeln fixiert wird. Sehr wichtig ist es, daß die einzelnen Akkuzellen den gleichen Produktionscode aufweisen:
SANYO:
1.Buchstabe = Jahr seit 1996 (F = 2001)
2.Buchstabe = Monat (A = Jänner)
Beispiel: FE = Mai 2001

(2) Der Lötkolben (mit Hammerlötspitze) sollte mindestens 80W, besser 100W haben und gut vorgeheizt sein. Wichtig ist auch, daß die Lötflächen immer wieder von Verkohlungsresten befreit werden (Feile) und eine silbrige (Lötzinn) Oberfläche aufweisen, da sonst leicht die berüchtigten Zinnkügelchen entstehen können.

(3) Die Zellen werden nun mit Lötfett (feiner Schraubenzieher) an den Polen eingestrichen. Ein vorheriges Anschleifen ist nicht nötig.

(4) Dann mit dem Lötkolben kurz ein wenig Lötzinn aufnehmen und kurz auf den eingestrichenen Pol setzen. Im Bild sieht man eines der berüchtigten Zinnkügelchen, das sofort (Schraubenzieher) entfernt werden muß, um keine Kurzschlüsse zu erzeugen.

(5) Wichtig ist auch nicht zu viel Lötzinn aufzutragen, da sonst beim späteren Zusammendrücken der Zellen dieses seitlich austritt und Kurzschlüsse erzeugt. Am oberen Rand der Zelle ist auch ein Lötrest zu erkennen, der unbedingt entfernt werden muß.

(6) Nun die vorverzinnten Zellen in die V-Schiene einlegen (zur besseren Optik die Zellen richtig ausrichten), den Lötkolben am Rand der Schiene auflegen und die Zellen beidseitig etwa eine Sekunde auf die Hammerlötspitze aufdrücken.

(7) Anschließend Zellen schnell leicht wegschieben, Lötkolben herausnehmen und Zellen zügig, aber nicht zu schnell fest zusammendrücken. Macht man das zu schnell, spritzt das flüssige Zinn seitlich weg und verursacht Kurzschlüsse.

(8) Der Akku wächst ....

(9) Spätestens jetzt (bei Verdacht schon vorher) sollte man die Akkustangen mit einem Voltmeter vermessen, um eventuelle Kurzschlüsse aufzuspüren: Bei fabriksneuen "jugendlichen" NiCd-Zellen beträgt die Leerlaufspannung ca. 1,1 Volt. Sollte zwischen den gelöteten Akkustangen ein größerer Spannungsunterschied sein (z.B. > 0,1 Volt bei 8-Zellen Akku), so ist etwas faul oder man hat zu unterschiedliche Zellen verlötet.

(10) Ein Kurzschluß oder Kriechstrom kann auch aufgespürt werden, indem man unmittelbar nach dem Verlöten das Voltmeter für einige Minuten an die Akkustange hält: Sinkt die Spannung (wenn auch nur um einige hundertstel Volt), so ist ebenfalls ein Kriechstrom vorhanden. Dann muß die Akkustange aufgetrennt werden: Dazu einfach die Stange über eine Kante (Tischecke) schlagen.

(11) Den vorverzinnten Akkuverbinder (Querschnitt mind. 5mm²) mit einer kleinen Zange halten und mit dem Lötkolben fest ca. 2 Sekunden auf eine Zellenstange pressen, anschließend das gleiche mit der zweiten Stange.

(12) Die vorverzinnten Anschlußkabel ebenfalls fest mit dem Lötkolben auf die Pole pressen, anschließend kann der Akku mit einem Schrumpfschlauch überzogen werden. Akkukappen werden nicht benötigt, die Verschrumpfung ist ausreichend stabil.
(13) Der Akku ist nun fertig. Zur Überprüfung nochmals für einige Minuten an das Voltmeter hängen, die Spannung darf nicht abfallen. Anschließend kann der Akku am Ladegerät geladen werden.